Ein guter Tag beginnt schon am Abend zuvor. Du beendest dein Tagwerk, räumst auf, bereitest alles für den nächsten Tag vor, schaltest ab und gehst rechtzeitig zu Bett.

Nach alter jüdischer und christlicher Tradition beginnt ein neuer Tag, sobald am Abendhimmel der erste Stern sichtbar wird:

Und es wurde Abend, und es wurde Morgen. Ein Tag.
- 1. Buch Mose, Kapitel 1, Vers 5.

Und warum sollten wir heutzutage diese gute alte Tradition nicht beibehalten? Vor allem in unserer modernen Welt, in der uns die Zeit oft nicht genug zu sein scheint und uns unter den Fingern zerrinnt.

Sobald also der erste Stern am Abendhimmel sichtbar wird, behelfsweise aber spätestens neun Stunden bevor du am nächsten Tag aufstehen willst, empfehle ich dir diese Abendroutine:

Beende deine Arbeit

Wisch deine Hände an deinem Arbeitskittel ab und lege deine Werkzeuge beiseite. Oder übersetzt auf unsere heutigen Verhältnisse: Fahr deinen Laptop herunter und klapp ihn zu.

Nimm dir dann zwei oder drei Minuten Zeit, um in dein Tagebuch zu schreiben und die dritte und die vierte Frage zu beantworten:

  • Habe ich heute die eine Sache erledigt, die ich unbedingt erledigen wollte?
    Wenn ja, dann beglückwünsche dich dazu. Wenn nein, dann schreib kurz auf, was dich daran gehindert hat und überleg dir kurz, wie du dieses Hindernis in Zukunft vielleicht umgehen könntest.
  • Welche drei schönen Dinge habe ich heute erlebt?
    Was waren die besonderen kleinen Momente, die den heutigen Tag schön gemacht haben? Was hat dich glücklich gemacht und dir ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert?

Damit setzt du dir und deinem Geist ein sichtbares Zeichen, dass nun dein Arbeitstag zu Ende ist und du heute nichts mehr tun kannst, um die Welt zu retten. Du hast schon alles getan, was dir heute möglich war.

Räum auf

Leg alles, was du heute benutzt hast, wieder zurück an seinen Platz. Die Schere und den Klebestift in deine Schreibtischschublade, die Bücher ins Regal, die Akten in ihre Ordner, das dreckige Geschirr in die Spülmaschine, die schmutzige Wäsche in den Wäschekorb oder gleich in die Waschmaschine.

Es geht nicht darum, dass alles wie geschleckt aussieht. Es geht nur darum, dass dir am nächsten Tag nichts im Weg herumsteht und du nicht um tausend Hindernisse herumtanzen musst. Und denke daran, dass du das Maß deiner Welt bist: Du entscheidest, wie viel Ordnung du brauchst, um dich wohl zu fühlen.

Bereite den nächsten Tag vor

Bereite nun alles vor, was du für den nächsten Tag brauchst.

Lege das Manuskript für dein Buch aufgeschlagen auf deinen Schreibtisch und deinen Stift gleich daneben. Stell die Laufschuhe vor die Wohnungstür und leg deine Sportklamotten gleich neben das Bett, damit du morgen früh nicht lange danach kramen brauchst.

Deck deinen Frühstückstisch und bereite dein Müsli und deinen Tee für morgen vor.

Schalte ab

Und nun genieße deinen Feierabend. Am besten, indem du aktiv entspannst. Vielleicht magst du

  • Ein wenig meditieren
  • Yoga machen
  • Ein paar Seiten in einem Buch lesen

Ich persönlich genieße es, am Abend vor dem Schlafen gehen noch eine kleine Runde um den Block zu drehen. Manchmal wird daraus auch ein ausgedehnter Spaziergang. Wenn ich dann zurück komme, bin ich angenehm müde von der kleinen körperlichen Anstrengung und mein Kopf ist endgültig zur Ruhe gekommen und hat alle Gedanken an den vergangenen Tag losgelassen.

Geh schlafen

Geh so rechtzeitig ins Bett, dass du mindestens acht Stunden geschlafen hast, bevor dein Wecker am nächsten Morgen klingelt. Vielleicht brauchst du sogar so wie ich neun Stunden Schlaf, um den nächsten Tag ausgeruht und voller Energie zu beginnen. Manche Menschen kommen auch mit nur sieben Stunden Schlaf zurecht.

Finde heraus, wie viel Schlaf du benötigst, um morgens ein paar Minuten vor dem Läuten deines Weckers aufzuwachen.

Führe dir vor dem Einschlafen noch einmal die schönen Momente des vergangen Tages vor Augen und freue dich auf den neuen Tag. Und dann gleite sanft hinein ins Land der Träume.

Mit solch einer kleinen Abendroutine setzt du bewusst einen Schlusspunkt unter den vergangenen Tag. Er ist vorbei und du darfst ihn loslassen. Du kümmerst dich dann um dich selbst und um dein Wohlbefinden und schöpfst Kraft für den neuen Tag.

Beginne noch heute Abend

All das braucht nicht viel Zeit, vielleicht fünfzehn Minuten. Fang gleich jetzt heute Abend an und schaffe dir deine eigene kleine Abendroutine, eine Auszeit zum Feierabend. Nimm nur einen meinen Vorschläge und setze ihn um. Schreib zum Beispiel drei Dinge auf, die den vergangenen Tag schön gemacht haben. Mach das von nun an jeden Abend, bis dir das zur Gewohnheit geworden ist. Sobald es soweit ist, kannst du deine Abendroutine Stück für Stück ein klein wenig weiter ausbauen.

Setz dich dabei nicht unter Druck. Es geht einfach nur darum, den vergangenen Tag abzuschließen, den neuen zu begrüßen und dir selbst eine kleine Verschnaufpause zu gönnen und dir etwas Gutes zu tun.


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